Ein weiterer Mord an einer südafrikanischer Landaktivistin

Es ist noch keine zwei Monate her, da berichteten wir vom tragischen Mord an Ayanda Ngila, südafrikanischer Landaktivist bei der Basisorganisation Abahlali BaseMjondolo. Am 5. Mai wurde mit der vierzigjährigen Nokuthula Mabaso eine weitere Aktivistin in der selben Gemeinde in Cato Manor in KwaZulu-Natal ermordet . Mabaso, sie hinterlässt ihren Mann und vier Kinder, spielte eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die illegalen Vertreibungen in der eKhenana-Gemeinde. Sie war eine der Hauptbeklagten in dem laufenden Räumungsverfahren. Zudem war sie eine von mehreren Personen, die den Mord an Ayanda Ngila miterlebt haben, und ein aktives Mitglied beim Aufbau der Gemeinde, insbesondere nach den Überschwemmungen.

Obwohl die Gewalt und Drohungen gegen Abahlali BaseMjondolo bekannt sind, unternimmt die südafrikanische Polizei nichts zum Schutz bedrohter Aktivist*innen. Zudem hat Abahlali einen Bericht an die südafrikanische Menschenrechtskommission eingereicht. Auch von dieser Seite fehlen vorerst jegliche Rückmeldungen, wie der Daily Maverick berichtete.

Die KEESA ist seit Jahren in regelmässigem Kontakt mit Abahlali BaseMjondolo. Wie bereits nach dem Mord an Ngila, haben wir gemeinsam mit dem SOLIFONDS erneut einen offenen rief an den südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa, den Minister für Justiz, Ronald Lamula, die Ministerin für internationale Zusammenarbiet Naledi Ponder und den Premierminister von KwaZulu-Natal, Sihle Zikala, verfasst. Wir verurteilen die Morde und fordern die Behörden auf, die Morde vollumfänglich aufzuklären und der tödlichen Gewalt in der eKhenana-Gemeinde Einhalt zu gebieten.

Die KEESA gratuliert der sambischen Aktivistin zur Ernennung zur Kommissarin für Menschenrechte


Die Aktivistin Laura Miti wurde zur Kommissarin für Menschenrechte in Sambia in ernannt. Wir gratulieren Laura Miti zur wichtigen Aufgaben.

Am 28. März berief Sambias Präsident Hakainde Hichilema Laura Miti zusammen mit anderen für die Menschenrechtskommission. Das Mandat der Kommission ist die Förderung und der Schutz der Menschenrechte. In Sambia kam es in den letzten Jahren zunehmend zu besorgniserregenden Menschenrechtsverstössen und Repressionen gegen die Zivilgesellschaft. In wieweit es zu einer Verbesserung unter dem neuen Präsidenten Hichilema kommt wird sich noch zeigen. Die Ernennung von Laura Miti ist ein positives Zeichen.

Laura Miti ist Menschenrechtsaktivistin und leitet die Alliance for Community Action in Lusaka. Sie war Gast an der KEESA Tagung im Jahr 2018.

Gerechtigkeit für Ayanda Ngila

Mitten am Nachmittag des 8. März wurde der 29-jährige Landaktivist Ayanda Ngila erschossen. Zum Zeitpunkt der Ermordung arbeitete Ngila gemeinsam mit Nachbarn im Gemeinschaftsgarten der Kommune in eKhenana in KwaZulu-Natal, Südafrika. Ngila gehörte der Basisorganisation Abahlali BaseMjondolo an, die sich für Landrechte von informellen Siedler*innen einsetzt. Seit Jahren gibt es in eKhenana gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen mittellosen Landbesetzer*innen und lokalen Unternehmen, die das Land kommerziell nutzen möchten. Südafrikanische Medien sprechen von einer geplantem Mord.

Die KEESA ist seit Jahren in regelmässigem Kontakt mit Abahlali BaseMjondolo und hat in den Jahren 2015 und 2019 Aktivist*innen zu Konferenzen in die Schweiz eingeladen.

Nun haben wir in Solidarität mit Abhlali einen offenen Brief an den südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa, den Minister für Justiz, Ronald Lamula, die Ministerin für internationale Zusammenarbiet Naledi Ponder und den Premierminister von KwaZulu-Natal, Sihle Zikala, verfasst. Wir verurteilen den Mord von Ayanda Ngila und fordern die Behörden auf, den Mord vollumfänglich aufzuklären und der tödlichen Gewalt in der eKhenana-Gemeinde Einhalt zu gebieten.

Der Daily Maverick hat ein eindrückliches Editorial zu Ngilas Tod geschrieben. Hier lesen.

Von der Zondo-Kommission und erfolgreichen Protesten an der Wild Coast: Das Rundschreiben 1/2022

Das neuste Rundschreiben berichtet über Ereignisse im südlichen Afrika, die es oft nicht ins Scheinwerferlicht von Schweizer Medienhäuser schaffen. In dieser Ausgabe:

  • «To hell with Shell» – Widerstand an der Wild Coast
  • Bergbau nutzt Pandemie – Gerichte halten dagegen
  • Budgetentwurf erzürnt die Menschen in Südafrika
  • Swissport – Zondo-Kommission und State Capture
  • Kommunalwahlen 2021
  • Trauer um Desmond Tutu – Tod von F. de Klerk
  • Preise für Literatur aus dem Südlichen Afrika
  • Sambia seit den Wahlen im August
  • CS-Kreditskandal – Mosambik existiert nicht

Viel Spass beim Lesen!

Rundschreiben 1/2022

Hier geht es zu allen Rundschreiben.

CS-Kreditskandal: Mosambik existiert nicht

Weiterhin ist der skandalöse Kredit, den die Credit Suisse Mosambik gewährte, für die hiesige Öffentlichkeit kein Thema. Als kürzlich das schlechte Jahresergebnis der CS vorgestellt wurde, erwähnten die Medien die bekannten Verlustgeschäfte Archos und Greensill oder den neuen Skandal um Geldwäsche von Drogengeldern. Kein Wort aber zum illegitimen Milliardenkredit an Mosambik. Zwar ist die CS deswegen in London kürzlich verurteilt worden und auch die Finma hat sich zu einer Rüge durchgerungen. Der tatsächliche Skandal liegt aber darin, dass die Menschen in Mosambik die Zeche bezahlen müssen. Die KEESA hat eine Analyse zu den «Kosten und Folgen der versteckten Schulden» angeschaut. Sie zeigt auf, wie aus 2 USD Milliarden letztlich Kosten von 11 USD Milliarden für das Land entstehen und welche Konsequenzen für die Menschen das hat. Das Afrika-Bulletin hat einen Artikel der KEESA veröffentlicht, der hier zu lesen ist:

Gespräch zum Thema “Geld. Macht. Politik”

Während die milliardenschweren Covid-19 Massnahmen die Schweiz nicht zwingend zum Sparen zwingen, ziehen weit kleinere Kredite überschuldete Staaten im globalen Süden in den Abgrund. Von diesem Ungleichgewicht und der Modern Monetary Theory handelt der WIDERSPRUCH Heft #77. Die KEESA hat in dieser Ausgabe mit einem Artikel zum Thema Schulden als neokoloniale Ausbeutung mitgewirkt.
Die Heftvernissage fand online statt. Es diskutierten mit:
– Christian Arnsperger, Professor an der Universität Lausanne und
– Malina Stutz, Referentin erlassjahr.de mit
– Michael Diaz, Mitglied der Geschäftsleitung bei der Alternativen Bank Schweiz,
– Moderation: Roland Herzog, Ökonom und Soziologe.
– Einleitung und Heftvorstellung: Julia Klebs, verantwortliche Redaktorin Zeitschrift WIDERSPRUCH

Die ganze Diskussion kann online angesehen werden:


Mehr Infos und Heft bestellen: https://widerspruch.ch/heft/77

Zum Tod von Frederick Willem de Klerk, dem letzten Präsidenten des Apartheid-Regimes

FW de Klerk starb am 11. November 2021 in seinem Haus in Pretoria an Krebs, nicht ohne vorher eine posthum auszustrahlende Videobotschaft aufzunehmen, in der er sich für «den Schmerz, die Verletzung, die Demütigung und den Schaden, den die Apartheid den farbigen Menschen in Südafrika zufügte», entschuldigte. Viele Menschen in Südafrika bezweifeln seine Aufrichtigkeit, wie Barbara Müller, Vorstandsmitglied der KEESA, in ihrem Beitrag zeigt. De Klerk weigerte sich zeitlebens, zur Aufdeckung der während der Apartheid begangenen Verbrechen beizutragen, an denen er in verantwortlichen Positionen beteiligt war. In diesem Zusammenhang ruft die Autorin auch die Rolle der Schweiz als Profiteurin der Apartheid in Erinnerung. „Zum Tod von Frederick Willem de Klerk, dem letzten Präsidenten des Apartheid-Regimes“ weiterlesen

Der CS-Kredit an Mozambique und was die aussergerichtliche Einigung für das Land bedeutet

KEESA-Vorstandsmitglied Urs Sekinger schreibt im neusten Afrika-Bulletin zum CS-Kredit an Mozambique und die aussergerichtliche Einigung vom Oktober 2021: “Einmal mehr – die Ärmsten machen die Reichen noch reicher: Der Fall Mozambique”. Das Afrika Bulletin Nr 184 (November 2021) ist frei zugänglich. Der Beitrag ist auf Seiten 12-13 zu lesen.

Schulden als neokoloniale Ausbeutung: KEESA wirkt mit Artikel im neusten WIDERSPRUCH mit

Öffentliche Geldgeber stehen zunehmend unter Druck, hochverschuldete Staaten zu entlasten. Die KEESA zeigt mit drei Beispielen aus dem südlichen Afrika, dass gleichzeitig Private immense Kredite vergeben und sich diese in Rohstoffe zurückzahlen lassen. Der Beitrag erschien im Widerspruch Heft 77: Geld. Macht. Politik; Seiten 133-142.