Ein weiterer Mord an einer südafrikanischer Landaktivistin

Es ist noch keine zwei Monate her, da berichteten wir vom tragischen Mord an Ayanda Ngila, südafrikanischer Landaktivist bei der Basisorganisation Abahlali BaseMjondolo. Am 5. Mai wurde mit der vierzigjährigen Nokuthula Mabaso eine weitere Aktivistin in der selben Gemeinde in Cato Manor in KwaZulu-Natal ermordet . Mabaso, sie hinterlässt ihren Mann und vier Kinder, spielte eine Schlüsselrolle im Kampf gegen die illegalen Vertreibungen in der eKhenana-Gemeinde. Sie war eine der Hauptbeklagten in dem laufenden Räumungsverfahren. Zudem war sie eine von mehreren Personen, die den Mord an Ayanda Ngila miterlebt haben, und ein aktives Mitglied beim Aufbau der Gemeinde, insbesondere nach den Überschwemmungen.

Obwohl die Gewalt und Drohungen gegen Abahlali BaseMjondolo bekannt sind, unternimmt die südafrikanische Polizei nichts zum Schutz bedrohter Aktivist*innen. Zudem hat Abahlali einen Bericht an die südafrikanische Menschenrechtskommission eingereicht. Auch von dieser Seite fehlen vorerst jegliche Rückmeldungen, wie der Daily Maverick berichtete.

Die KEESA ist seit Jahren in regelmässigem Kontakt mit Abahlali BaseMjondolo. Wie bereits nach dem Mord an Ngila, haben wir gemeinsam mit dem SOLIFONDS erneut einen offenen rief an den südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa, den Minister für Justiz, Ronald Lamula, die Ministerin für internationale Zusammenarbiet Naledi Ponder und den Premierminister von KwaZulu-Natal, Sihle Zikala, verfasst. Wir verurteilen die Morde und fordern die Behörden auf, die Morde vollumfänglich aufzuklären und der tödlichen Gewalt in der eKhenana-Gemeinde Einhalt zu gebieten.

Gerechtigkeit für Ayanda Ngila

Mitten am Nachmittag des 8. März wurde der 29-jährige Landaktivist Ayanda Ngila erschossen. Zum Zeitpunkt der Ermordung arbeitete Ngila gemeinsam mit Nachbarn im Gemeinschaftsgarten der Kommune in eKhenana in KwaZulu-Natal, Südafrika. Ngila gehörte der Basisorganisation Abahlali BaseMjondolo an, die sich für Landrechte von informellen Siedler*innen einsetzt. Seit Jahren gibt es in eKhenana gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen mittellosen Landbesetzer*innen und lokalen Unternehmen, die das Land kommerziell nutzen möchten. Südafrikanische Medien sprechen von einer geplantem Mord.

Die KEESA ist seit Jahren in regelmässigem Kontakt mit Abahlali BaseMjondolo und hat in den Jahren 2015 und 2019 Aktivist*innen zu Konferenzen in die Schweiz eingeladen.

Nun haben wir in Solidarität mit Abhlali einen offenen Brief an den südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa, den Minister für Justiz, Ronald Lamula, die Ministerin für internationale Zusammenarbiet Naledi Ponder und den Premierminister von KwaZulu-Natal, Sihle Zikala, verfasst. Wir verurteilen den Mord von Ayanda Ngila und fordern die Behörden auf, den Mord vollumfänglich aufzuklären und der tödlichen Gewalt in der eKhenana-Gemeinde Einhalt zu gebieten.

Der Daily Maverick hat ein eindrückliches Editorial zu Ngilas Tod geschrieben. Hier lesen.

Zum Tod von Frederick Willem de Klerk, dem letzten Präsidenten des Apartheid-Regimes

FW de Klerk starb am 11. November 2021 in seinem Haus in Pretoria an Krebs, nicht ohne vorher eine posthum auszustrahlende Videobotschaft aufzunehmen, in der er sich für «den Schmerz, die Verletzung, die Demütigung und den Schaden, den die Apartheid den farbigen Menschen in Südafrika zufügte», entschuldigte. Viele Menschen in Südafrika bezweifeln seine Aufrichtigkeit, wie Barbara Müller, Vorstandsmitglied der KEESA, in ihrem Beitrag zeigt. De Klerk weigerte sich zeitlebens, zur Aufdeckung der während der Apartheid begangenen Verbrechen beizutragen, an denen er in verantwortlichen Positionen beteiligt war. In diesem Zusammenhang ruft die Autorin auch die Rolle der Schweiz als Profiteurin der Apartheid in Erinnerung. „Zum Tod von Frederick Willem de Klerk, dem letzten Präsidenten des Apartheid-Regimes“ weiterlesen